Spiegel.de, 11.07.2011: Pflege - Im toten Winkel
.
oder "Die vergessenen Alten"
Wir sind alt, wenn wir aufhören zu denken.
Wir sind alt, wenn wir aufhören zu fragen.
Wir sind alt, wenn wir sagen: "Ach das bringt doch nichts!"
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Donnerstag, 12. Januar 2012
Dienstag, 20. Dezember 2011
Oh du fröhliche, oh du selige . . . Weihnacht
Letztes Update am 29.11.2012 - 18:40 h
Es ist 15 Uhr und zwanzig Minuten.
Unten, im Restaurant des Alten- und Pflegeheimes singen sie bei ihrer Weihnachtsfeier das Weihnachtslied:
Oh du fröhliche, oh du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit . . .
Und oben in seinem Zimmer liegt der 'Alte' in seinem Bett und mag nicht mit feiern.
- Vielleicht hat man ihn auch nur vergessen . . . -
Vor einem Jahr hat er noch im Rollstuhl gesessen und 2 Stücken Sahnetorte, 4 Kekse und eine selbst abgepulte (sic!) Mandarine verschlungen und das Ganze dann auch noch mit einer Tasse Kaffee ertränkt.
Und dabei hatte er kaum gekleckert und sich nicht ein einziges mal verschluckt!
Nein, schlecht geworden ist ihm später davon auch nicht . . .
Heute mag er nicht mehr . . . er mag nicht einmal das von einer Pflegeschwester angebotene Stückchen Kuchen . . . und bekommt eine schnippische Antwort, als er das Angebot strikt ablehnt.
Auch das ist "Weihnachten im Altenheim" . . .
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Siehe auch meinen neueren Blog zum Thema Pflegeheim:
Wir retten in den Intensivstationen unserer Krankenhäuser Leben um jeden Preis . . .
und dann lassen wir dieses gerettete Leben in einem Alten- oder Pflegeheim
gewinnbringend dahin vegetieren, bis es nicht mehr kann?
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
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Donnerstag, 24. November 2011
Weihnachtsfeier: Der vergessene Alte im Pflegeheim
.
Es ist 17:30 Uhr.
Ich betrete das Pflegeheim.
Im Erdgeschoß befindet sich ein großes Restaurant.
Dort ist ein Weihnachtsbasar aufgebaut und es herrscht ein reges Treiben.
Die alten Damen und Herren freuen sich sichtlich über diese andere Art einer Weihnachtsfeier. In den Gängen zwischen den verschiedensten bunten Ständen ist immer noch genug Platz für den Rollator oder Rollstuhl und man sieht meist in strahlende Gesichter.
Ich drücke den Knopf zum Fahrstuhl und fahre in eines der oberen Stockwerke.
Mein Ziel ist einer jener vergessenen Alten, die den Weihnachtsbasar im Erdgeschoß nicht sehen können.
Ich klopfe an die Tür und trete ein.
Es ist stockdunkel im Raum und ich knipse das Licht nahe der Tür an.
Der Alte wacht auf.
Er schaut mich mißmutig an, so, als wollte er sagen: "Was willst Du denn schon wieder hier?"
Dabei kennen wir uns schon seit vielen Jahren . . .
Ich versuche ein wenig Smalltalk.
Nein, er war schon lange nicht mehr im Rollstuhl.
Nein zum Weihnachtsbasar war er auch nicht,
da will er auch nicht mehr hin.
Es ist ja doch alles 'Sense'.
Er will nur noch seine Ruhe haben und schlafen.
(Oder sterben . . . ?)
Ich erzähle ihm noch einmal die Geschichte von seiner Weihnachtsfeier vor einem Jahr hier im Pflegeheim.
2 Stück Sahnetorte,
4 Kekse,
eine Mandarine
und eine Tasse Kaffee!
Das war vor einem Jahr seine Ausbeute!
Und heute?
Eine Flasche mit Flüssignahrung am Ständer,
direkt über einen Schlauch in den Magen gepumpt!
Das ist sein "alternativer Genuß" anstelle der Leckereien vom Weihnachtsbasar.
Mir klingt es noch immer in den Ohren, wie er mir vor einem Jahr sagte: "Ich möchte mal wieder in 'n Apfel beißen!"
Der Alte hätte heute auch da unten beim Weihnachtsbasar im Rollstuhl sitzen können und unbeschadet von den Leckereien naschen können, wenn . . . ja, wenn . . .
Vielleicht wäre alles anders, wenn man ihn im April dieses Jahres nicht in seinem Zimmer im Rollstuhl allein gelassen hätte . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn er in einem anderen Pflegeheim betreut würde . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn sein Betreuer mehr Zeit hätte . . . ?
Aber dieses "vielleicht" ist halt nicht . . .
Der Alte wird ja jetzt behördlich und juristisch verwaltet.
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Es ist 17:30 Uhr.
Ich betrete das Pflegeheim.
Im Erdgeschoß befindet sich ein großes Restaurant.
Dort ist ein Weihnachtsbasar aufgebaut und es herrscht ein reges Treiben.
Die alten Damen und Herren freuen sich sichtlich über diese andere Art einer Weihnachtsfeier. In den Gängen zwischen den verschiedensten bunten Ständen ist immer noch genug Platz für den Rollator oder Rollstuhl und man sieht meist in strahlende Gesichter.
Ich drücke den Knopf zum Fahrstuhl und fahre in eines der oberen Stockwerke.
Mein Ziel ist einer jener vergessenen Alten, die den Weihnachtsbasar im Erdgeschoß nicht sehen können.
Ich klopfe an die Tür und trete ein.
Es ist stockdunkel im Raum und ich knipse das Licht nahe der Tür an.
Der Alte wacht auf.
Er schaut mich mißmutig an, so, als wollte er sagen: "Was willst Du denn schon wieder hier?"
Dabei kennen wir uns schon seit vielen Jahren . . .
Ich versuche ein wenig Smalltalk.
Nein, er war schon lange nicht mehr im Rollstuhl.
Nein zum Weihnachtsbasar war er auch nicht,
da will er auch nicht mehr hin.
Es ist ja doch alles 'Sense'.
Er will nur noch seine Ruhe haben und schlafen.
(Oder sterben . . . ?)
Ich erzähle ihm noch einmal die Geschichte von seiner Weihnachtsfeier vor einem Jahr hier im Pflegeheim.
2 Stück Sahnetorte,
4 Kekse,
eine Mandarine
und eine Tasse Kaffee!
Das war vor einem Jahr seine Ausbeute!
Und heute?
Eine Flasche mit Flüssignahrung am Ständer,
direkt über einen Schlauch in den Magen gepumpt!
Das ist sein "alternativer Genuß" anstelle der Leckereien vom Weihnachtsbasar.
Mir klingt es noch immer in den Ohren, wie er mir vor einem Jahr sagte: "Ich möchte mal wieder in 'n Apfel beißen!"
Der Alte hätte heute auch da unten beim Weihnachtsbasar im Rollstuhl sitzen können und unbeschadet von den Leckereien naschen können, wenn . . . ja, wenn . . .
Vielleicht wäre alles anders, wenn man ihn im April dieses Jahres nicht in seinem Zimmer im Rollstuhl allein gelassen hätte . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn er in einem anderen Pflegeheim betreut würde . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn sein Betreuer mehr Zeit hätte . . . ?
Aber dieses "vielleicht" ist halt nicht . . .
Der Alte wird ja jetzt behördlich und juristisch verwaltet.
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Montag, 5. September 2011
Alten- und Pflegeheim: Ich klage an!
Heute habe ich einen neuen Blog gestartet.
Einige Posts aus diesem Blog werde ich dort hin kopieren oder auslagern.
Demnächst werden dann dort auch Roß und Reiter genannt werden.
Der neue Blog ist nur für die Familie und interessierte Freunde gedacht.
Wer ein berechtigtes Interesse hat, dort auch in Zukunft mitzulesen,
der möge mir bitte eine eMail senden oder mich anrufen;
ich werde dann diesen Blog gezielt freischalten.
Pflegeheim: Ich klage an!
Anspruch und Wirklichkeit klaffen manchmal recht weit auseinander.
Das gilt nicht nur für unsere staatlichen Vorgaben und Gesetze,
sondern auch für den äußeren Schein eines Alten- und Pflegeheimes.
So manch ein Pflegeheim kann ja in seinem Äußeren fast mit einem Nobel-Hotel mithalten.
- Große Empfangshalle, ansprechendes Restaurant, viel Glas, helle und breite Flure. -
Auf den Stationen oder Wohneinheiten kommt dann die Ernüchterung, wenn man ein wenig genauer hinschaut.
Unser Bundesministerium für Gesundheit hat da eine Broschüre
mit hehren Ansprüchen heraus gegeben, die in der rauhen Welt
der Pflegeheime nur selten eingelöst werden können:
Charta der Rechte
hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
Die ausführliche Version mit Kommentaren findet ihr im Netz à HIER
Und auch die Sozialbehörde unserer "Freien- und Hansestadt Hamburg"
sekundiert da mit ihrem Wegweiser zum Betreuungsrecht.
Der Titel "Verwaltungsrecht" wäre da vielleicht besser gewählt.
Die Broschüre steht auf der Seite auch als PDF-Datei zum Download
bereit.
Es gibt aber auch Lichtblicke.
Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, die Feier zum
5-jährigen Bestehen eines überschaubaren Pflegeheimes in Hanstedt
als geladener Gast zu besuchen.
Dort wird z.B. schon seit 5 Jahren nach dem Bezugspflege-Prinzip gearbeitet.
Kurt
Einige Posts aus diesem Blog werde ich dort hin kopieren oder auslagern.
Demnächst werden dann dort auch Roß und Reiter genannt werden.
Der neue Blog ist nur für die Familie und interessierte Freunde gedacht.
Wer ein berechtigtes Interesse hat, dort auch in Zukunft mitzulesen,
der möge mir bitte eine eMail senden oder mich anrufen;
ich werde dann diesen Blog gezielt freischalten.
Pflegeheim: Ich klage an!
Anspruch und Wirklichkeit klaffen manchmal recht weit auseinander.
Das gilt nicht nur für unsere staatlichen Vorgaben und Gesetze,
sondern auch für den äußeren Schein eines Alten- und Pflegeheimes.
So manch ein Pflegeheim kann ja in seinem Äußeren fast mit einem Nobel-Hotel mithalten.
- Große Empfangshalle, ansprechendes Restaurant, viel Glas, helle und breite Flure. -
Auf den Stationen oder Wohneinheiten kommt dann die Ernüchterung, wenn man ein wenig genauer hinschaut.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeskandal
Unser Bundesministerium für Gesundheit hat da eine Broschüre
mit hehren Ansprüchen heraus gegeben, die in der rauhen Welt
der Pflegeheime nur selten eingelöst werden können:
Charta der Rechte
hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
Die ausführliche Version mit Kommentaren findet ihr im Netz à HIER
Und auch die Sozialbehörde unserer "Freien- und Hansestadt Hamburg"
sekundiert da mit ihrem Wegweiser zum Betreuungsrecht.
Der Titel "Verwaltungsrecht" wäre da vielleicht besser gewählt.
Die Broschüre steht auf der Seite auch als PDF-Datei zum Download
bereit.
Es gibt aber auch Lichtblicke.
Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, die Feier zum
5-jährigen Bestehen eines überschaubaren Pflegeheimes in Hanstedt
als geladener Gast zu besuchen.
Dort wird z.B. schon seit 5 Jahren nach dem Bezugspflege-Prinzip gearbeitet.
Kurt
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Mittwoch, 22. Juni 2011
Keine Zeit im Altenheim ?
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Die Südwest Presse in Ulm hat heute einen sehr deutlichen Artikel im Netz stehen:
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Samstag, 2. April 2011
Alten- und Pflegeheime: Schlechter Ruf?
Letztes Update am 2. Februar 2012 - 12:26 h
– Warum haben Alten- und Pflegeheime oft einen schlechten Ruf?
à Das Personal ist willig, aber das System ist schwach.
Siehe auch: Welt-Online vom 7.11.2010
Behörden schieben junge Behinderte ins Altersheim
Vorweg ein Wort zur Ehrenrettung der Pflegekräfte:
Soweit ich das gesehen habe, geben sich die Pflegekräfte alle Mühe, ihren Pfleglingen das Leben erträglich zu machen. Aber für so kleine Sonderwünsche, wie das Herausheben aus dem Rollstuhl und wieder ins Bett bringen, und bitte auch gleich nach dem Mittagessen, ist schlichtweg keine Zeit da. Mal geht es relativ schnell und mal gibt es Wartezeiten von 45 Minuten und mehr . . .
Und wer sich nicht hartnäckig genug meldet, der bleibt halt den ganzen Tag im Bett liegen . . .
Oder er sitzt so lange im Rollstuhl, bis er nach mehreren Stunden dort nicht mehr sitzt, sondern nur noch wie ein nasser Sack hängt.
Der Focus berichtete in seiner Ausgabe 32 (2009) über eine Studie zum Thema
„Gesundheit und Krankheit im Alter“
Das Pflegeheim
Aber auch dieser Artikel kratzt nur an der Oberfläche des Problemes.
Wer wissen möchte, wie es in einem Pflegeheim wirklich zugeht, der muß sich schon selbst ein Bild am Ort des Geschehens machen.
Vergessen wird in solchen Artikeln, wie beim Focus, leider oft, daß nicht nur alte und demente Menschen in ein Pflegeheim kommen. Es kommen auch jene Patienten in ein Pflegeheim, die aus dem Krankenhaus "ausgemustert" wurden, die aber auch nicht zu Hause im Familienkreis betreut werden können.
Zu diesem speziellen Personenkreis gehören zum Beispiel pflegebedürftige Schlaganfallpatienten.
Und genau diese Patienten fallen in Pflegeheimen oft durch das dort übliche Raster.
Ein Schlaganfallpatient müßte nach seinem Krankenhausaufenthalt eigentlich sofort in eine REHA-Klinik gebracht werden. Kann dieser Mensch aber nicht laufen, nicht ordentlich sprechen und muß er sogar noch mit Windeln versorgt werden, weil er nicht zur Toilette gehen kann, so paßt er nicht in das Konzept der meisten REHA-Kliniken.
Eine REHA-Klinik ist kein Pflegeheim und Pflegeheime sind nun einmal keine REHA-Anstalten.
Und ein Zwischending habe ich noch nicht gefunden.
Es bemühen sich zwar etliche Pflegeheime so etwas wie eine REHA-Station in ihrem Hause anzubieten, schaut man aber genauer hin, dann bleibt von echten REHA-Aktivitäten, die auf einen Schlaganfallpatienten ausgerichtet sind, herzlich wenig übrig.
Und jetzt beginnt der Teufelskreis, der leicht zu einer Depression bei einem Pflegling führt und diese dann immer mehr verfestigt. Diese Form der Depression ist auch unter dem Begriff der Erlernten Hilflosigkeit in der Wikipedia zu finden.
Irgendwann begreift auch so ein angeschlagener Pflegling, daß ihm in einem Pflegeheim kaum aus seinen Schwierigkeiten heraus geholfen wird, die ihm durch den Schlaganfall beschert wurden.
Im Pflegeheim wird er halt so, wie die anderen Alten auch, aufbewahrt.
Die wahrscheinliche Folge ist, daß der Lebenswille bei einem solchen Patienten sinkt und daß dieser eine Depression entwickelt oder daß sich eine bereits bestehnde Depression verfestigt.
Diese Depression kann dann wiederum dazu führen, daß der Pflegling sich in sein Schneckenhaus zurück zieht und sich jeglichen REHA-Maßnahmen verweigert.
Wird dann auch noch ohne Begleitung durch einen erfahrenen Psychotherapeuten ein stark sedierendes Antidepressivum wie Mirtazapin verabreicht, dann ist der Zug so gut wie abgefahren. Da hilft auch eine spätere Korrektur mit einem angemesseneren Medikament wie Fluoxetin oder Citalopram nicht mehr aus dem tiefen Loch einer Depression heraus.
In einem von mir beobachteten Fall weigert sich der Pflegling inzwischen, sich überhaupt noch in den Rollstuhl setzten zu lassen.
Der Pflegling hat schlichtweg Angst, im Rollstuhl allein gelassen zu werden.
Und er hat Angst, daß er, wenn er müde wird, nicht wieder ins Bett zurück gebracht wird.
Und damit schließt sich dann der Teufelskreis, der mit einer Pillengabe (Antidepressiva) nicht mal so eben überwunden werden kann. Manche Antidepressiva verstärken eher noch diesen Effekt des sich Zurückziehens.
Da wird in den Medien viel von einer artgerechten Haltung von Hühnern, Schweinen und anderen Tieren geredet und geschrieben . . .
Da werden ganze Wohnsiedlungen nicht gebaut, weil da irgend jemand den Wachtelkönig hat "singen" hören, ohne diesen jemals zu Gesicht zu bekommen . . .
Wo aber bleibt da die 'artgerechte' (und menschenwürdige) Betreuung von mehr oder weniger hilflosen menschlichen Pfleglingen?
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– Warum haben Alten- und Pflegeheime oft einen schlechten Ruf?
à Das Personal ist willig, aber das System ist schwach.
Siehe auch: Welt-Online vom 7.11.2010
Behörden schieben junge Behinderte ins Altersheim
Vorweg ein Wort zur Ehrenrettung der Pflegekräfte:
Soweit ich das gesehen habe, geben sich die Pflegekräfte alle Mühe, ihren Pfleglingen das Leben erträglich zu machen. Aber für so kleine Sonderwünsche, wie das Herausheben aus dem Rollstuhl und wieder ins Bett bringen, und bitte auch gleich nach dem Mittagessen, ist schlichtweg keine Zeit da. Mal geht es relativ schnell und mal gibt es Wartezeiten von 45 Minuten und mehr . . .
Und wer sich nicht hartnäckig genug meldet, der bleibt halt den ganzen Tag im Bett liegen . . .
Oder er sitzt so lange im Rollstuhl, bis er nach mehreren Stunden dort nicht mehr sitzt, sondern nur noch wie ein nasser Sack hängt.
Der Focus berichtete in seiner Ausgabe 32 (2009) über eine Studie zum Thema
„Gesundheit und Krankheit im Alter“
Das Pflegeheim
Aber auch dieser Artikel kratzt nur an der Oberfläche des Problemes.
Wer wissen möchte, wie es in einem Pflegeheim wirklich zugeht, der muß sich schon selbst ein Bild am Ort des Geschehens machen.
Vergessen wird in solchen Artikeln, wie beim Focus, leider oft, daß nicht nur alte und demente Menschen in ein Pflegeheim kommen. Es kommen auch jene Patienten in ein Pflegeheim, die aus dem Krankenhaus "ausgemustert" wurden, die aber auch nicht zu Hause im Familienkreis betreut werden können.
Zu diesem speziellen Personenkreis gehören zum Beispiel pflegebedürftige Schlaganfallpatienten.
Und genau diese Patienten fallen in Pflegeheimen oft durch das dort übliche Raster.
Ein Schlaganfallpatient müßte nach seinem Krankenhausaufenthalt eigentlich sofort in eine REHA-Klinik gebracht werden. Kann dieser Mensch aber nicht laufen, nicht ordentlich sprechen und muß er sogar noch mit Windeln versorgt werden, weil er nicht zur Toilette gehen kann, so paßt er nicht in das Konzept der meisten REHA-Kliniken.
Eine REHA-Klinik ist kein Pflegeheim und Pflegeheime sind nun einmal keine REHA-Anstalten.
Und ein Zwischending habe ich noch nicht gefunden.
Es bemühen sich zwar etliche Pflegeheime so etwas wie eine REHA-Station in ihrem Hause anzubieten, schaut man aber genauer hin, dann bleibt von echten REHA-Aktivitäten, die auf einen Schlaganfallpatienten ausgerichtet sind, herzlich wenig übrig.
Und jetzt beginnt der Teufelskreis, der leicht zu einer Depression bei einem Pflegling führt und diese dann immer mehr verfestigt. Diese Form der Depression ist auch unter dem Begriff der Erlernten Hilflosigkeit in der Wikipedia zu finden.
Irgendwann begreift auch so ein angeschlagener Pflegling, daß ihm in einem Pflegeheim kaum aus seinen Schwierigkeiten heraus geholfen wird, die ihm durch den Schlaganfall beschert wurden.
Im Pflegeheim wird er halt so, wie die anderen Alten auch, aufbewahrt.
Die wahrscheinliche Folge ist, daß der Lebenswille bei einem solchen Patienten sinkt und daß dieser eine Depression entwickelt oder daß sich eine bereits bestehnde Depression verfestigt.
Diese Depression kann dann wiederum dazu führen, daß der Pflegling sich in sein Schneckenhaus zurück zieht und sich jeglichen REHA-Maßnahmen verweigert.
Wird dann auch noch ohne Begleitung durch einen erfahrenen Psychotherapeuten ein stark sedierendes Antidepressivum wie Mirtazapin verabreicht, dann ist der Zug so gut wie abgefahren. Da hilft auch eine spätere Korrektur mit einem angemesseneren Medikament wie Fluoxetin oder Citalopram nicht mehr aus dem tiefen Loch einer Depression heraus.
In einem von mir beobachteten Fall weigert sich der Pflegling inzwischen, sich überhaupt noch in den Rollstuhl setzten zu lassen.
Der Pflegling hat schlichtweg Angst, im Rollstuhl allein gelassen zu werden.
Und er hat Angst, daß er, wenn er müde wird, nicht wieder ins Bett zurück gebracht wird.
Und damit schließt sich dann der Teufelskreis, der mit einer Pillengabe (Antidepressiva) nicht mal so eben überwunden werden kann. Manche Antidepressiva verstärken eher noch diesen Effekt des sich Zurückziehens.
Da wird in den Medien viel von einer artgerechten Haltung von Hühnern, Schweinen und anderen Tieren geredet und geschrieben . . .
Da werden ganze Wohnsiedlungen nicht gebaut, weil da irgend jemand den Wachtelkönig hat "singen" hören, ohne diesen jemals zu Gesicht zu bekommen . . .
Wo aber bleibt da die 'artgerechte' (und menschenwürdige) Betreuung von mehr oder weniger hilflosen menschlichen Pfleglingen?
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Donnerstag, 17. März 2011
Pflegeheime: Antidepressiva und Schlaftabletten . . .
Bei meinen Besuchen in Pflegeheimen bin ich zwangsläufig auch mit dem Thema Psychopharmaka, und hier insbesondere mit dem Bereich der Antidepressiva, in Berührung gekommen.
Es ist ja auch kein Wunder, wenn ein alter Mensch, der sich in ein Pflegeheim abgeschoben fühlt, eine Depression entwickelt . . .
Aufgefallen ist mir nun in einem Fall, daß da ein älterer Herr nach einem Schlaganfall mit Tabletten gefüttert wird, die ihn noch müder und antriebsloser machen als er es ohnehin schon in guten Zeiten war.
Die tägliche Pille bekommt er mit seinem Abendbrot, aber das Zeugs wirkt bis spät in den nächsten Tag hinein.
Der Knabe ist jetzt fast nicht mehr aus dem Bett zu bekommen und will partout nicht mehr in den Rollstuhl gesetzt werden.
Halleluja!
Das nenne ich eine ächt "Altenheimgerechte Pille".
Also studiere ich jetzt Medizin.
Nein, nicht das ganze Spektrum, sondern nur den Teilbereich der Psychopharmaka, und diese auch nur, soweit sie eine größere Bedeutung für den Bereich der Alten- und Pflegeheime haben.
Als Autodidakt habe ich bisher immer die Grundlagen erlernt, die ich für meinen jeweiligen Beruf brauchte. Und das waren recht unterschiedliche Berufe, die soo eigentlich nicht zusammen paßten.
Also lerne ich jetzt wieder.
Das Internet bietet mir mit der Wikipedia und der Google-Suchfunktion ja einen herrlichen Studienplatz. Da ich auch der englischen Sprache mächtig bin, habe ich ein weites Informationsfeld vor mir.
In Sachen des besagten älteren Herren fiel mir auf, daß weder seine Angehörigen noch sein gesetzlich verordneter Betreuer eine Ahnung hatten, was ihr Schützling da so täglich eingetrichtert bekam.
Das fing schon mit dem Essen an.
Er hatte eine Magensonde und bekam da so eine bräunliche Flüssigkeit ("Nutrision advanced") zur Ernährung über einen Schlauch und zusätzlich bekam er auch noch feste Nahrung.
Und manchmal bekam er auch beides kurz hinter einander.
Dann kotzte er, weil die gesamte Menge wohl ein wenig zu gut gemeint war.
Um die Überfütterung zu ermöglichen, wurde auch das Protokoll über die erfolgreich verabreichten Speisen oft erst am Abend ausgefüllt, wenn das Malheur bereits geschehen war.
Da hatte also manch eine Pflegekraft keine Ahnung, was denn nun ihre Kollegin vorher schon so an Nahrung verabreicht hatte.
Die Angehörigen des Pfleglings hatten erst recht keine Ahnung, wie das denn da so mit den Medikamenten aussah.
Bis dann da einer mal etwas verwundert nachfragte, warum der alte Herr denn immer schläfriger und fauler wurde und daß auch seine Sprache undeutlicher und leiser wurde, wenn sie ihn besuchten.
Des Rätsels Lösung war eine schlichte kleine Pille mit dem Wirkstoff "Mirtazapin" aus der Gruppe der "tetrazyklischen Antidepressiva".
Schaut einmal in der Wikipedia genauer nach, und ihr werdet sehen, daß das eher eine Schlaftablette ist und kein zeitgemäßes Antidepressiva mit gezielter Wirkung zur Mobilisierung eines depressiven Patienten.
Da nun nicht jedes Medikament bei allen Patienten gleichermaßen wirkt, würde ich es genau soo machen - wie es die Ärtze ja auch oft tun - und dieses Medikament absetzen und gegen eine Pille aus dem Bereich der SSRI-Antidepressiva wie z.B. Prozac *) austauschen.
*) Die Handelsbezeichnung "Prozac" habe ich absichtlich gewählt, weil sie den aufmerksamen und wirklich interessierten Leser zwangsläufig zu den in Deutschland erhältlichen Medikamenten "Fluoxetin" führt. :-)
Siehe auch:
http://www.neuro24.de/antidepressiva.htm
und
Das Antidepressivum Fluoxetin kann die Erholung von Schlaganfall-Patienten verbessern.
Es ist ja auch kein Wunder, wenn ein alter Mensch, der sich in ein Pflegeheim abgeschoben fühlt, eine Depression entwickelt . . .
Aufgefallen ist mir nun in einem Fall, daß da ein älterer Herr nach einem Schlaganfall mit Tabletten gefüttert wird, die ihn noch müder und antriebsloser machen als er es ohnehin schon in guten Zeiten war.
Die tägliche Pille bekommt er mit seinem Abendbrot, aber das Zeugs wirkt bis spät in den nächsten Tag hinein.
Der Knabe ist jetzt fast nicht mehr aus dem Bett zu bekommen und will partout nicht mehr in den Rollstuhl gesetzt werden.
Halleluja!
Das nenne ich eine ächt "Altenheimgerechte Pille".
Also studiere ich jetzt Medizin.
Nein, nicht das ganze Spektrum, sondern nur den Teilbereich der Psychopharmaka, und diese auch nur, soweit sie eine größere Bedeutung für den Bereich der Alten- und Pflegeheime haben.
Als Autodidakt habe ich bisher immer die Grundlagen erlernt, die ich für meinen jeweiligen Beruf brauchte. Und das waren recht unterschiedliche Berufe, die soo eigentlich nicht zusammen paßten.
Also lerne ich jetzt wieder.
Das Internet bietet mir mit der Wikipedia und der Google-Suchfunktion ja einen herrlichen Studienplatz. Da ich auch der englischen Sprache mächtig bin, habe ich ein weites Informationsfeld vor mir.
In Sachen des besagten älteren Herren fiel mir auf, daß weder seine Angehörigen noch sein gesetzlich verordneter Betreuer eine Ahnung hatten, was ihr Schützling da so täglich eingetrichtert bekam.
Das fing schon mit dem Essen an.
Er hatte eine Magensonde und bekam da so eine bräunliche Flüssigkeit ("Nutrision advanced") zur Ernährung über einen Schlauch und zusätzlich bekam er auch noch feste Nahrung.
Und manchmal bekam er auch beides kurz hinter einander.
Dann kotzte er, weil die gesamte Menge wohl ein wenig zu gut gemeint war.
Um die Überfütterung zu ermöglichen, wurde auch das Protokoll über die erfolgreich verabreichten Speisen oft erst am Abend ausgefüllt, wenn das Malheur bereits geschehen war.
Da hatte also manch eine Pflegekraft keine Ahnung, was denn nun ihre Kollegin vorher schon so an Nahrung verabreicht hatte.
Die Angehörigen des Pfleglings hatten erst recht keine Ahnung, wie das denn da so mit den Medikamenten aussah.
Bis dann da einer mal etwas verwundert nachfragte, warum der alte Herr denn immer schläfriger und fauler wurde und daß auch seine Sprache undeutlicher und leiser wurde, wenn sie ihn besuchten.
Des Rätsels Lösung war eine schlichte kleine Pille mit dem Wirkstoff "Mirtazapin" aus der Gruppe der "tetrazyklischen Antidepressiva".
Schaut einmal in der Wikipedia genauer nach, und ihr werdet sehen, daß das eher eine Schlaftablette ist und kein zeitgemäßes Antidepressiva mit gezielter Wirkung zur Mobilisierung eines depressiven Patienten.
Da nun nicht jedes Medikament bei allen Patienten gleichermaßen wirkt, würde ich es genau soo machen - wie es die Ärtze ja auch oft tun - und dieses Medikament absetzen und gegen eine Pille aus dem Bereich der SSRI-Antidepressiva wie z.B. Prozac *) austauschen.
Die Folge könnte zwar sein, daß die Pflegekräfte dann mehr Arbeit mit diesem Pflegling haben, aber das Wohlergehen des Pfleglings wäre mir wichtiger!
Ein Versuch wäre es wert, denn schlimmer als jetzt wird es dem alten Herrn dadurch vermutlich kaum gehen.
Und noch etwas Unverzichtbares würde ich machen:
Ich würde einen Psychologen für die Behandlung meines Pfleglings hinzuziehen!
Und noch etwas Unverzichtbares würde ich machen:
Ich würde einen Psychologen für die Behandlung meines Pfleglings hinzuziehen!
Siehe auch:
http://www.neuro24.de/antidepressiva.htm
und
Das Antidepressivum Fluoxetin kann die Erholung von Schlaganfall-Patienten verbessern.
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Donnerstag, 2. Dezember 2010
Schlaganfall: Die vergessenen Alten II.
Soo kümmern sich die Angehörigen um "ihre Alten".
Ich hatte heute Gelegenheit als Gast an einem Treffen in einem Altenheim (oder besser: Seniorenheim) teilzunehmen.
Die Heimleitung hatte alle Angehörigen von dort lebenden Pfleglingen eingeladen, um einmal Revue passieren zu lassen, was sich so rund um dieses Seniorenheim getan hatte.
Als ich da so im Seminarraum saß und meine Blicke schweifen ließ, da war ich doch recht betroffen.
Es saßen gerade einmal 6 Besucher dort und lauschten den Worten der Heimleitung und deren leitenden Mitarbeitern.
Dieses Seniorenheim beherbergt immerhin fast 100 zu betreuende und zu pflegende 'Alte'.
Ja, so 'zahlreich' kümmern sich die Jungen um ihre Alten . . .
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Freitag, 15. Oktober 2010
Schlaganfall - Die vergessenen Alten I.
Wie gehen wir mit unseren 'Alten' um?
Nein, nicht immer sind es alte Menschen, die vom Schlaganfall getroffen werden.
Es ist auch nicht immer ein Schlaganfall, der ältere Mitbürger aus dem Verkehr zieht.
Aber gehe einmal in einer Intensiv-Station eines größeren Krankenhauses spazieren und schau einmal in ein sogenanntes "Stroke-Unit" ( = das ist denglisch für "Schlaganfall-Abteilung") hinein.
Wen siehst Du da?
Fast ausschließlich ältere Patienten.
Warum das so ist?
Nun, ein Schlaganfall ist oft eine der langfristigen Folgen von solchen Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck, und da braucht es so seine Zeit, bis der Körper dann endlich streikt.
2030 Aufstand der Alten
Wer diesen Film gesehen hat, der mag meinen, daß das halt nur ein Horror-Film war . . . aber die Wirklichkeit scheint gar nicht so weit vom Film entfernt zu sein.
Bei meinem kurzen Aufenthalt in der Notaufnahme eines Harburger Krankenhauses - ich hatte wieder einmal einen Gichtanfall in meinem Großen-Zeh - lernte ich den Freund eines von einem Schlaganfall Betroffenen kennen.
Der gute Mann hatte sich die Brille ins Auge gerammt, weil er im Dunkeln auf dem Fußweg gestolpert und hingefallen war.
Er erzählte mir von dem Bruder seines Freundes, einem ehemaligen Wachkoma-Patienten.
Als er merkte, daß ich dem Computer verfallen bin, da sprudelte es nur so aus ihm heraus:
Daß es eine Sauerei sei, wie da mit solchen Schlaganfall-Patienten umgegangen werde, wenn diese von der Intensivstation eines Krankenhauses in ein Pflegeheim "verschoben" würden und daß man doch darüber im Internet schreiben müßte . . .
Diese sogenannten "Pflegeheime" seien ja nicht viel mehr als "Aufbewahrungs-Stationen"!
Selbst in sogenannten "Reha-Abteilungen" sei in manchen Pflegeheimen nur herzlich wenig von Reha zu spüren . . .
Es sei ja doch lukrativer, wenn man diese hilflosen Alten nicht allzu fit macht, denn dann könnten sie ja dem Pflegeheim verlustig gehen . . . mit Dauergästen könne man ja seine Rentabilität (=Gewinn) viel besser kalkulieren.
Siehe auch im Spiegel-Artikel vom 31.08.2007
Also machte ich mich mit "Googles Hilfe" auf und recherchierte auch in der Wikipedia.de, wie es da so im Netz in Sachen Schlaganfall aussieht.
Die erste Seite, die ich fand, war bei Google unter diesem Suchbegriff zu finden:
"Ich hatte einen Schlaganfall"
Eines der interessantesten Ergebnisse war die Seite:
Strokeman - Und plötzlich war es alles anders
Beim Lesen in diesem Blog fand ich dann unter dem Titel Früher den Kommentar eines Walters, der auch seinen Link im Namen hinterlassen hatte.
Und so landete ich schließlich auf der Seite von Walter und Gustav:
Schlaganfall - Ein Tagebuch
Waren die Berichte von 'Strokeman' noch recht düster und der Hintergrund des Blogs ebenso, so schimmert bei 'Walter und Gustav' doch auch ein Funke Hoffnung durch. Das kommt besonders hervor im Eintrag
Es geht vorwärts. "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"
Wenn ich dann aber die anderen Beiträge in diesem Blog lese, dann hilft auch der hoffnungsvolle grüne Hintergrund des Blogs nicht ganz über die düstere Stimmung hinweg . . .
Ja, da scheint leider etwas dran zu sein, an der Bemerkung "Aufbewahrungsstätte für Alte Menschen"
Also werde ich jetzt erst einmal das folgende Buch bestellen und lesen:
Das Methusalem-Komplott
Lest einmal die Rezensionen !
~ ~ ~
So geht das halt in der "Bloggerei" . . .
Man trifft einen Menschen.
Es entwickelt sich ein Gespräch.
Das Gespräch geht einem nicht mehr aus dem Sinn.
Dann wird "gegoogelt" und in der Wikipedia.de geschmökert . . .
. . . und schon hat man ein Thema, über das man einfach schreiben muß.
Euer Netzgärtner Kurt
.
Nein, nicht immer sind es alte Menschen, die vom Schlaganfall getroffen werden.
Es ist auch nicht immer ein Schlaganfall, der ältere Mitbürger aus dem Verkehr zieht.
Aber gehe einmal in einer Intensiv-Station eines größeren Krankenhauses spazieren und schau einmal in ein sogenanntes "Stroke-Unit" ( = das ist denglisch für "Schlaganfall-Abteilung") hinein.
Wen siehst Du da?
Fast ausschließlich ältere Patienten.
Warum das so ist?
Nun, ein Schlaganfall ist oft eine der langfristigen Folgen von solchen Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck, und da braucht es so seine Zeit, bis der Körper dann endlich streikt.
2030 Aufstand der Alten
Wer diesen Film gesehen hat, der mag meinen, daß das halt nur ein Horror-Film war . . . aber die Wirklichkeit scheint gar nicht so weit vom Film entfernt zu sein.
Bei meinem kurzen Aufenthalt in der Notaufnahme eines Harburger Krankenhauses - ich hatte wieder einmal einen Gichtanfall in meinem Großen-Zeh - lernte ich den Freund eines von einem Schlaganfall Betroffenen kennen.
Der gute Mann hatte sich die Brille ins Auge gerammt, weil er im Dunkeln auf dem Fußweg gestolpert und hingefallen war.
Er erzählte mir von dem Bruder seines Freundes, einem ehemaligen Wachkoma-Patienten.
Als er merkte, daß ich dem Computer verfallen bin, da sprudelte es nur so aus ihm heraus:
Daß es eine Sauerei sei, wie da mit solchen Schlaganfall-Patienten umgegangen werde, wenn diese von der Intensivstation eines Krankenhauses in ein Pflegeheim "verschoben" würden und daß man doch darüber im Internet schreiben müßte . . .
Diese sogenannten "Pflegeheime" seien ja nicht viel mehr als "Aufbewahrungs-Stationen"!
Selbst in sogenannten "Reha-Abteilungen" sei in manchen Pflegeheimen nur herzlich wenig von Reha zu spüren . . .
Es sei ja doch lukrativer, wenn man diese hilflosen Alten nicht allzu fit macht, denn dann könnten sie ja dem Pflegeheim verlustig gehen . . . mit Dauergästen könne man ja seine Rentabilität (=Gewinn) viel besser kalkulieren.
Siehe auch im Spiegel-Artikel vom 31.08.2007
Also machte ich mich mit "Googles Hilfe" auf und recherchierte auch in der Wikipedia.de, wie es da so im Netz in Sachen Schlaganfall aussieht.
Die erste Seite, die ich fand, war bei Google unter diesem Suchbegriff zu finden:
"Ich hatte einen Schlaganfall"
Eines der interessantesten Ergebnisse war die Seite:
Strokeman - Und plötzlich war es alles anders
Beim Lesen in diesem Blog fand ich dann unter dem Titel Früher den Kommentar eines Walters, der auch seinen Link im Namen hinterlassen hatte.
Und so landete ich schließlich auf der Seite von Walter und Gustav:
Schlaganfall - Ein Tagebuch
Waren die Berichte von 'Strokeman' noch recht düster und der Hintergrund des Blogs ebenso, so schimmert bei 'Walter und Gustav' doch auch ein Funke Hoffnung durch. Das kommt besonders hervor im Eintrag
Es geht vorwärts. "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"
Wenn ich dann aber die anderen Beiträge in diesem Blog lese, dann hilft auch der hoffnungsvolle grüne Hintergrund des Blogs nicht ganz über die düstere Stimmung hinweg . . .
Ja, da scheint leider etwas dran zu sein, an der Bemerkung "Aufbewahrungsstätte für Alte Menschen"
Also werde ich jetzt erst einmal das folgende Buch bestellen und lesen:
Das Methusalem-Komplott
Lest einmal die Rezensionen !
~ ~ ~
So geht das halt in der "Bloggerei" . . .
Man trifft einen Menschen.
Es entwickelt sich ein Gespräch.
Das Gespräch geht einem nicht mehr aus dem Sinn.
Dann wird "gegoogelt" und in der Wikipedia.de geschmökert . . .
. . . und schon hat man ein Thema, über das man einfach schreiben muß.
Euer Netzgärtner Kurt
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