Dienstag, 4. Dezember 2012

Alten-Export ins Ausland

!  !  !

Die aktuelle Sendung im Fernsehen


Heute, Dienstag den 4. Dezember 2012 um 21:15 Uhr
NDR-3 - Panorama-3

Kostenfaktor Heim: Alten-Export ins Ausland

Meine Meinung:
Der Fernseh-3-Teiler aus dem Jahre 2005 läßt grüßen
siehe die Beschreibung in der Wikipedia!

2030 - Aufstand der Alten

und

Die verrückte Idee vom Greisen-Export
von der Süddeutschen Zeitung (vom 2. November 2012)

Samstag, 20. Oktober 2012

Altersarmut - Die Rente ist nicht mehr sicher !

Albrecht Müller hat es in den Nachdenkseiten vom 19. Oktober 2012
auf den Punkt gebracht:


Schicksal oder gesellschaftliches Versagen? 

Absicht! 

Und weitgehend vermeidbar.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Montag, 3. September 2012

Young@heart, ein Film gegen die 'Altersdepression' ;-)

Oh, es gibt auch viele positive Seiten des Lebens im Alter:

Schaut euch einmal dieses Youtube Video an:

http://www.youtube.com/watch?v=-3uOOhm8Fj8

Die Anregung zu diesem Beitrag kam von G. Behrens, die den folgenden Betreuer-Blog mit Leben erfüllt:

http://betreuer.blogger.de/stories/1721011/#2118892

- Danke für diese Anregung! -

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Eine ältere Dame klagte mir einst ihr Leid, daß sie mit zunehmendem Alter immer dicker würde.
Ich schaute sie nur grienschend an und sagte:

"Liebe Frau, haben Sie schon einmal einen alten Ackergaul
 mit einem schmalen Mors gesehen?"

Sie schnappte kurz nach Luft . . . und dann lachte sie herzlich
und nahm mich in den Arm.
Diesen Spruch traute ich mich nur zu sagen,
weil die Gute auf einem Bauernhof groß geworden ist . . .

Vermutlich habe ich ein wenig von meinen jüdischen Mitbürgern gelernt und weiß noch, was Meschugge und Chutzpe bedeutet.

Dienstag, 5. Juni 2012

Die Katze ist aus dem Sack

So, dieser Blog ist wieder für alle offen.
Mein Blog Pflegeheim: Ich klage an! bleibt allerdings weiter
meinen Freunden und eingeladenen Gästen vorbehalten.
(Der Zugang ist allerdings nur mit einem Google-Konto möglich.)

Ich kann zwar noch immer nicht alles schreiben, was sich so in der Vergangenheit zugetragen hat und welche Schritte ich jetzt zu unternehmen gedenke, aber das kommt noch.
- Kommt Zeit kommt Rat. -


Dienstag, 24. April 2012

Die Schere im Kopf - Sorry, aber so isses.

Aus gegebenem Anlaß wird dieser Blog demnächst für die Allgemeinheit gesperrt.
Dann können hier nur noch meine Freunde lesen, nachdem ich sie freigeschaltet habe.

Wer mich kennt, der weiß, wie er mich per eMail oder Telefon erreichen kann,
damit ich die Leseberechtigung freischalte. ;-)

Wir wagen nicht zu sagen, was gesagt werden muß,
weil wir Repressalien befürchten,
die sich gegen unsere Lieben richten.

Wir können sie nicht immer schützen - leider.
Und ein unbedachtes Wort, welches in fremden Ohren falsch verstanden wird, kann mehr Schaden anrichten, als wenn wir geschwiegen hätten.

Aber auch mit unserem Schweigen machen wir uns mitschuldig.
Wir können der Falle nicht entrinnen . . .
.

Samstag, 17. März 2012

Heute schon gelacht?

Gerade im Alter ist es auch wichtig, daß man auch über sich selbst lachen kann . . . und hier ist ein herrlicher klitze-kleiner Sketch, den auch meine Frau gleich auf Anhieb verstanden hat:

Papas neues iPad
http://www.youtube.com/watch?v=v0FVm_H_D18 

Das iPad ist wieder da! *)
http://www.youtube.com/watch?v=KvLoUNlwNBM

Ja, so kann's einem im Alter gehen!


*) Bitte hier melden, wenn da auf diesem Video ein Copyright drauf liegen sollte!

Dienstag, 14. Februar 2012

Der Pflege-Selbsthilfeverband e.V.

.
Der Pflege-Selbsthilfeverband e.V. ist recht rührig, wenn es um eine menschenwürdige Pflege im Alter geht.
Schaut einmal in deren Seiten hinein.
Hier ist der Link zu deren jüngsten Presseerklärung:

Interessantes in Fernsehn und Presse - Ein Jahresrückblick
.

Samstag, 11. Februar 2012

Pflege für Anfänger (im Fernehen, ARD)

.
Die aktuelle Fernsehsendung:
Pflege für Anfänger - Damit Papa nicht ins Heim muss

Sonntag, 19. Februar 2012 - ARD: Das Erste 17.30 - 18.00 Uhr

Pflege für Anfänger - Damit Papa nicht ins Heim muss
Eine Familie im Schock: Der 72-jährige Vater ist nach einem schweren Schlaganfall bettlägerig.
Im Krankenhaus hat er sich soweit erholt, dass er ansprechbar ist, aber sich alleine versorgen kann er nicht.
Und es ist nicht klar, ob er seinen Alltag jemals wieder selbständig verrichten kann.

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Anmerkung:
Es hat schon seinen Grund, warum viele Senioren nicht in ein Pflegeheim gehen möchten, obwohl es viele gute Altenheime gibt.
Die sozialen Kontakte im Familien- und Freundeskreis sind nun einmal lebensnotwendig . . .
Die menschliche Zuwendung ist durch kein Medikament zu ersetzen.

Siehe auch:
Weihnachtsfeier: Der vergessene Alte im Pflegeheim
und
Demenzkranke sterben im Pflegeheim früher
und
Wenn Bundespräsidenten altern  - bitte lest hier auch die 2. Seite in der Süddeutschen!
.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Mahatma Gandhi

.
Du rennst mit dem Kopf gegen eine Wand, wenn du für deinen pflegebedürftigen Angehörigen etwas erreichen möchtest?
Behörden legen sich quer, Krankenkassen wollen oder können etwas nicht genehmigen und im Pflegeheim reagiert man nicht auf deine Anregungen oder Beschwerden?

Mahatma Gandhi hatte folgende Ansicht dazu, die dir vielleicht auch helfen könnte:


Zuerst ignorieren sie dich,
dann lachen sie über dich,
dann bekämpfen sie dich
und dann gewinnst du.
.

Samstag, 28. Januar 2012

Summerhill und Pflegeheim, Teil II. Zwang

.
Wurde bei dem ursprünglichen "Experiment Summerhill" Wert darauf gelegt, daß keinerlei Zwang auf das Lernen der Kinder wirken sollte, weil dieses ihre Entwicklung hemme oder gar in die falsche Richtung lenke, so wurde man dort inzwischen eines Besseren belehrt.
Die Zielrichtung in Pflegeheimen ist da durchaus differenzierter zu sehen, aber eine Anlehnung an das Gedankengut von "Summerhill" ist da doch oft unverkennbar.
Dabei fällt auf, daß sich die Wikipedia bei der Definierung des Wortes Zwang recht dünn darstellt und nur das Wort Freiheit als Gegenteil von Zwang anbietet.
Es ist kein Wunder, daß sich da die Autoren der Wikipedia ein wenig schwer tun:
In unserer Gesellschaft gibt es halt keine "absolute Freiheit", sondern nur verschiedene Ausprägungen, je nach Sichtweise verschiedenster Gruppen..
Noch komplizierter wird es, wenn man nach dem Freien Willen fragt.
Da hat sich jede Fraktion ihre eigene Definition zurecht gelegt.

Auch das "Handbuch" für Pflegende, das Pflege-Wiki gibt sich da recht hilflos.
Der Begriff Zwang führt dort zu dem Begriff Gewalt und weiter zu Gewalt in Pflegebeziehungen, aber auch diese Begriffe sind nicht gerade zielführend.

Wie dem auch sei, eine absolute Willensfreiheit gibt es nicht.
Wir begegnen auf Schritt und Tritt ständig irgend einer Form der Einschränkung, die wir nur allzu oft als "Zwang" empfinden . . . und dennoch dulden.

Hat sich nun in dem Projekt Summerhill ein klares (aber nicht starres) Regelwerk von mehr als 200 Regeln herausgebildet, so herrscht dagegen im Pflegebereich ein unübersichtliches Chaos.
Das Pflegepersonal ist an eine Vielzahl von Regeln gebunden, die zu einem großen Teil dazu dienen, um den Behörden die Überwachung einer ordnungsgemäßen Pflege zu ermöglichen.
Eine dieser Regelgruppen ist die über "Zwang" oder Freiheitsentziehung.

Da sind zum Beispiel Maßnahmen, die die Freiheit beschränken.
Das, was man dem Patienten nicht antun darf, das ist zumeist klar geregelt:
Ohne richterliche Anordnung darf zum Beispiel ein Patient nicht in sein Zimmer eingesperrt werden und er darf auch nicht mal so eben im Bett fest angebunden werden.
Auch solche Feinheiten, wie das Hochstellen der seitlichen Bettgitter sind zwar klar definiert, werden aber schon ein wenig laxer gehandhabt.

Wo liegt nun die Grenze zwischen Laissez-faire - Motivation - und Zwang?
Hier wird das Pflegepersonal meistens allein gelassen und auch die Angehörigen und "Kümmerer" (aller Typen) laufen Gefahr anzuecken oder sich gar strafbar zu machen.

Meine Erfahrung ist, daß der Begriff Zwang soo schwammig ist, daß wirklich jeder Einzelfall genau anzusehen ist.
So wird das Legen einer Magensonde meist als ein "notwendiger" Zwang empfunden, um Leben zu erhalten.
Das Verbleiben einer Magensonde aber, wenn die zu pflegende Person essen könnte - aber nicht will - wird da schon ein wenig kritischer zu hinterfragen sein.

Ähnlich sieht das mit dem "Windeln" aus.
Wenn sich eine zu pflegende Person die angelegte Inkontinenz-Vorlage immer wieder vom Leibe pult und aus dem Bett schmeißt . . . signalisiert diese Person damit vielleicht, daß sie nicht mehr in Windeln gewickelt werden möchte und stattdessen lieber zur Toilette gebracht werden möchte?
Ist es dann Zwang, wenn diese Person trotzdem weiterhin gewickelt wird?
Oder ist es einfach die schlichte Notwendigkeit, weil nicht genug Pflegepersonal vorhanden ist, um alle Wünsche des Pfleglings zu erfüllen?

Wie stark darf ein Motivationsdruck werden, wenn ein Pflegling die Mobilisierung verweigert und sich schon Folgen von Muskelschwund und Muskelverkrampfungen zeigen?
Muß in solchen Situationen der Betreuer oder gar das Betreuungsgericht eingeschaltet werden?

In Sachen Zwang könnte man aus dem Experiment Summerhill lernen.
Ging man dort zunächst davon aus, daß man keinerlei Regeln bräuchte,
so weiß man heute, daß das Unsinn war.
Und man hat dort auch gelernt, daß die beschlossenen Regeln ständig
demokratisch überprüft und angepaßt werden, sollte sich heraus stellen,
daß das bestehende Regelwerk nicht optimal funktioniert oder auch nur
nicht mehr "zeitgemäß" ist.

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Zur Diskussion gestellt:
Die zu pflegende Person läßt sich nur von "resolut" zugreifenden Pflegekräften widerspruchslos in den Rollstuhl setzten und nur, wenn sie auch Vertrauen zu dieser Pflegekraft hat.
Bei anderen Pflegekräften lehnt die zu pflegende Person die höfliche Frage "Na, möchten sie heute in den Rollstuhl gesetzt werden?" mit einem schroffen und unmißverständlichem "Nö, heute nicht!" ab.

Wie geht ihr Fach-Pflegekräfte mit solch einer Situation um, wenn ihr unter Zeitdruck seid?

Und wie geht ihr mit der gleichen Situation um, wenn der Zeitdruck für euch nur mäßig ist?
.

"Kümmernde Angehörige" sind Sand . . .
im Getriebe von Pflegeheimen . . . Teil II.

.
So, jetzt kommt die andere Spezies von "sich kümmernde Angehörige" dran.
Es sind die ewigen Nörgler, Besserwisser und Erbsenzähler, die glauben, daß Opi oder Omi im Pflegeheim so schön leben können wie zu Hause.
Nein, selbst in sehr gut geführten Pflegeheimen kommt nicht immer das traute Heimatgefühl auf.
Konnte sich zu Hause alles um die eine zu pflegende Person drehen, gilt es im Pflegeheim mit geringem Pflegepersonal viele Pflegebedürftige zu versorgen.
Da bleibt halt manchmal ein wenig Individualität auf der Strecke.
Aber was will man machen, wenn die Pflege im häuslichen Bereich nicht mehr zu bewältigen ist?

Kommt nun diese Spezies von Angehörigen mit der Erwartungshaltung zu Besuch in das Pflegeheim, daß alles so zu sein hat wie zu Hause, dann ist bei dem Fach-Pflegepersonal eine Engelsgeduld notwendig, um immer freundlich zu bleiben.

Kritisch wird es immer dann, wenn solche "Kümmerer" den Pflegekräften ins Handwerk pfuschen und ihren Lieben im Heim zum Beispiel ein wenig Essen mitbringen und dieses dann auch noch mit Nachdruck ihrer lieben Omi andienen, obwohl Omi an einer Magensonde hängt und die Flüssignahrung gerade in den Magen tröpfelt.
Wenn in einem solchen Fall kein vernünftiges Krisen- und Beschwerdemanagement in dem betreffenden Pflegeheim vorhanden ist, dann bahnt sich nicht selten ein dauerhafter Streit zwischen den Angehörigen und den Pflegekräften an, der letztendlich zu Lasten der zu pflegenden Person geht.

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Ich hätte da jetzt mal eine Frage:
Wie wird diese Problematik von euch Fach-Pflegekräften
in dem Pflegeheim entschärft, in dem ihr arbeitet?
.

Donnerstag, 19. Januar 2012

"Kümmernde Angehörige" sind Sand . . .
im Getriebe von Pflegeheimen . . .

.
Es gibt eine Spezies von Besuchern, die ist in Pflegeheimen oft nicht gern gesehen.
Es sind die "sich kümmernden Angehörigen".
Manchmal schaden diese der zu pflegenden Person,
aber oft sind sie für deren Wohlbefinden oder gar Genesung überlebenswichtig.

Oft haben die Mitarbeiter im Pflegeheim so ihre liebe Not mit ihnen.
Denn da gibt es unter den "Kümmerern" auch Spezies, von denen ich auch nicht alle als Nachbarn haben möchte.

Zunächst einmal möchte ich hier all jene ausklammern, die sich im Pflegebett von Oma oder Opa um ihr Erbe streiten.
Ja, die gibt es wirklich!
Ich möchte jene Spezies von Kümmerern betrachten, denen nur das Wohl des Pfleglings am Herzen liegt und nicht ihr eigenes und die nicht nur klug-scheißen, sondern auch wissen, wovon sie reden und was sie verlangen.
Wenn solch ein Kümmerer dann auch noch hinter die Kulissen sieht, dann kann es recht eng für so manch ein Pflegeheim werden. Denn diese Kümmerer drängen auf Veränderungen, die einige Pflegeheime nicht leisten können oder wollen.

- Denn kümmern kostet Geld!
- Und kümmern kostet Zeit.
- Zum Kümmern braucht man gut ausgebildetes Fachpersonal.

Wenn das Pflegeheim dann nicht in der Gruppe der "Non-Pofit Organisationen" landen will, ja dann müssen die durch die bessere Pflege entstehenden Kosten halt an anderer Stelle eingespart werden.

- Oder aber man stellt den "Kümmerer" kalt.
- So einfach ist das . . .

Wo kommen wir denn da auch hin, wenn sich da etwas Neues ergibt!
Da hat man ein eingespieltes Team das den lieben Pflegebedürftigen halt "verwaltet" und da kommt so ein Laie von Angehöriger daher, dem man erst einmal beibringen muß,
wie der Hase so läuft . . . ?

Donnerstag, 5. Januar 2012

Summerhill und Pflegeheim, Teil I.

.
Wer den nachfolgenden Text mit dem verknüpften Zusammenhang zwischen Summerhill und Pflegeheimen  verstehen will, der sollte sich zunächst einmal genauer über das sogenannte "Experiment Summerhill" informieren.
Hier sind zwei passende Links in der Wikipedia:
Die Schule Summerhill in England
und
Laissez-faire

Die Idee des Gründers der Schule von Summerhill, Alexander Sutherland Neill, bestand im Wesentlichen aus der Idee, die Kinder ohne jeglichen Zwang zu erziehen. Dabei war das Wort "erziehen" schon fast verpönt und sollte eher mit "entwickeln" ersetzt werden.
Zwang - in jeglicher Form - war absolut tabu.
Zwang setzt, wenn er nicht willkürlich ausgeübt wird, auch Regeln voraus, und die wollte man in der Schule Summerhill nicht.
Dieser Weg hat sich als Irrweg erwiesen.
Wenn man heute genauer hinschaut, dann sieht man, daß dort in Summerhill zur Zeit mehr als 200 klar definierte Regeln gelten . . .

Heute hatte ich die zufällige Gelegenheit, dieses Thema "Zwang" in Pflegeheimen auch mit einem Mitarbeiter der Heimaufsicht anzusprechen. Mir wurde bestätigt, daß dieses Thema "Zwang" eine recht problematische rechtliche Grauzone darstellt, hinter der sich die Pflegedienst-Leitung im Pflegeheim gut verstecken kann, wenn nicht genügend Zeit (und Personal) zur Verfügung steht, um eine vollwertige Pflege (mit entsprechender Mobilisierung!) für alle zu gewährleisten.

Mit der "Stellschraube Zwang" kann man bei sehr sanfter Einstellung alle Arbeiten schaffen und bei robusterer Einstellung braucht man mehr Zeit und und damit oft mehr Personal.

Beispiel:
Einem Pflegling ist es zu unbequem sich auf die Toilette bringen zu lassen
und er bleibt lieber im Bett liegen um in die Windel zu machen.
Eine motivierende Ansprache, daß er sich doch zur Toilette bringen lassen sollte, wäre mit Mehrarbeit verbunden . . .

Oder:
Ein Pflegling hat vom langen Liegen Schmerzen beim Transfer in den Rollstuhl und bleibt deshalb lieber im Bett . . .
Dann spart man sich möglicherweise Arbeit, wenn man den Pflegling sehr sanft fragt, ob er in den Rollstuhl möchte und hofft auf die Antwort "Nein, heute nicht".
Schnappt man sich diesen Pflegling allerdings etwas resoluter, so kann das richtig in Arbeit ausarten . . .

Oder:
Der Pflegling wird "ganz sanft" mit dem "Weichspüler" Mirtazapin gefüttert, ohne daß ihm klar gemacht wird, was er da eigentlich schluckt.
Wenn das man keine Zwangsmaßnahme ist, die eigentlich vorher vom Betreuungsgericht explizit genehmigt werden müßte . . . !

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Mir geht es hier in diesem Beitrag darum, die Grenzen auszuloten, wie weit man in seiner Überzeugungskraft (Motivationsdruck)
gehen darf und wo diese Überzeugungskraft von dem Pflegling als Zwang empfunden oder von Pflegekräften so ausgelegt wird.

Wer legt die Grenzen fest, wenn der Pflegling sich selbst nicht klar äußern kann (oder will)?
Der Gesetzgeber oder die Heimleitung?
Der Betreuer oder ein Angehöriger?
Oder ist es der zufälligen Einstellung der jeweiligen Pflegekraft überlassen?
Oder muß da erst ein Richter entscheiden, weil der Gesetzgeber in seinen Gesetzen nicht für die erforderliche Klarheit gesorgt hat?

Dienstag, 20. Dezember 2011

Oh du fröhliche, oh du selige . . . Weihnacht

Letztes Update am  29.11.2012 - 18:40 h

Es ist 15 Uhr und zwanzig Minuten.
Unten, im Restaurant des Alten- und Pflegeheimes singen sie bei ihrer Weihnachtsfeier das Weihnachtslied:

Oh du fröhliche, oh du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit . . .


Und oben in seinem Zimmer liegt der 'Alte' in seinem Bett und mag nicht mit feiern.
- Vielleicht hat man ihn auch nur vergessen . . . -

Vor einem Jahr hat er noch im Rollstuhl gesessen und 2 Stücken Sahnetorte, 4 Kekse und eine selbst abgepulte (sic!) Mandarine verschlungen und das Ganze dann auch noch mit einer Tasse Kaffee ertränkt.
Und dabei hatte er kaum gekleckert und sich nicht ein einziges mal verschluckt!
Nein, schlecht geworden ist ihm später davon auch nicht . . .

Heute mag er nicht mehr . . . er mag nicht einmal das von einer Pflegeschwester angebotene Stückchen Kuchen . . . und bekommt eine schnippische Antwort, als er das Angebot strikt ablehnt.

Auch das ist "Weihnachten im Altenheim" . . .

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Siehe auch meinen neueren Blog zum Thema Pflegeheim:


Wir retten in den Intensivstationen unserer Krankenhäuser Leben um jeden Preis . . . 
und dann lassen wir dieses gerettete Leben in einem Alten- oder Pflegeheim
gewinnbringend dahin vegetieren, bis es nicht mehr kann?

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Donnerstag, 24. November 2011

Weihnachtsfeier: Der vergessene Alte im Pflegeheim

.
Es ist 17:30 Uhr.
Ich betrete das Pflegeheim.
Im Erdgeschoß befindet sich ein großes Restaurant.
Dort ist ein Weihnachtsbasar aufgebaut und es herrscht ein reges Treiben.
Die alten Damen und Herren freuen sich sichtlich über diese andere Art einer Weihnachtsfeier. In den Gängen zwischen den verschiedensten bunten Ständen ist immer noch genug Platz für den Rollator oder Rollstuhl und man sieht meist in strahlende Gesichter.

Ich drücke den Knopf zum Fahrstuhl und fahre in eines der oberen Stockwerke.
Mein Ziel ist einer jener vergessenen Alten, die den Weihnachtsbasar im Erdgeschoß nicht sehen können.
Ich klopfe an die Tür und trete ein.
Es ist stockdunkel im Raum und ich knipse das Licht nahe der Tür an.
Der Alte wacht auf.
Er schaut mich mißmutig an, so, als wollte er sagen: "Was willst Du denn schon wieder hier?"
Dabei kennen wir uns schon seit vielen Jahren . . .
Ich versuche ein wenig Smalltalk.
Nein, er war schon lange nicht mehr im Rollstuhl.
Nein zum Weihnachtsbasar war er auch nicht,
da will er auch nicht mehr hin.
Es ist ja doch alles 'Sense'.
Er will nur noch seine Ruhe haben und schlafen.
(Oder sterben . . . ?)

Ich erzähle ihm noch einmal die Geschichte von seiner Weihnachtsfeier vor einem Jahr hier im Pflegeheim.
2 Stück Sahnetorte,
4 Kekse,
eine Mandarine
und eine Tasse Kaffee!
Das war vor einem Jahr seine Ausbeute!

Und heute?
Eine Flasche mit Flüssignahrung am Ständer,
direkt über einen Schlauch in den Magen gepumpt!
Das ist sein "alternativer Genuß" anstelle der Leckereien vom Weihnachtsbasar.

Mir klingt es noch immer in den Ohren, wie er mir vor einem Jahr sagte: "Ich möchte mal wieder in 'n Apfel beißen!"

Der Alte hätte heute auch da unten beim Weihnachtsbasar im Rollstuhl sitzen können und unbeschadet von den Leckereien naschen können, wenn . . . ja, wenn . . .
Vielleicht wäre alles anders, wenn man ihn im April dieses Jahres nicht in seinem Zimmer im Rollstuhl allein gelassen hätte . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn er in einem anderen Pflegeheim betreut würde . . . ?
Vielleicht wäre alles anders, wenn sein Betreuer mehr Zeit hätte . . . ?

Aber dieses "vielleicht" ist halt nicht . . .
Der Alte wird ja jetzt behördlich und juristisch verwaltet.
.

Donnerstag, 10. November 2011

Student Litigators Rechtsberatungsgesellschaft (pro bono)

.
Ein neuer Stern aus Köln erstrahlt am Himmel;
ich zitiere:


Student Litigators ist eine studentische Rechtsberatungsgesellschaft, die pro bono - d. h. unentgeltlich - Beratungsaufträge in den Bereichen Konfliktlösung, Vertragsgestaltung, Verhandlungsmanagement und Unternehmensrecht übernimmt.

Ganz so neu ist diese Idee nicht, wie man dem nachfolgenden Link entnehmen kann,
aber es dauert halt immer ein wenig, bis Brauchbares aus den USA zu uns herüber schwappt:

The Forest Grove News-Times, Mar 8, 2007
Student litigators win regional mock trial competition

Warum ich diesen Post hier in meinem "Altenteil"-Blog einstelle und nicht in meinem Netzgarten-Blog?
Nun, diese angehenden Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen (wir haben doch inzwischen die Gleichberechtigung und dürfen die männliche Berufsbezeichnung auch einmal zu erst nennen, oder?) haben sich soziale und pädagogische Ziele auf ihren Fahnen geschrieben . . . und da stoßen sie auf ein dankbares Feld in der kostenlosen Betreuung der älteren und deshalb oft unbeholfeneren Generation.

Ich könnte da schon den einen oder anderen Problemfall zum Studium anbieten . . .
Da wäre zum Beispiel ein älterer Herr, der unter rechtsanwaltlicher Betreuung steht.
Dieser alte Knabe fühlt sich im Pflegeheim nicht wohl und von seinem Betreuer nicht hinreichend betreut, aber streiten will er sich auch nicht . . .
Der klassische Rechtsanwalt ist für ihn tabu.
Aber so eine junge Studentin oder ein Student . . . dann auch noch mit einem christlich-sozial geprägten Rückgrat . . . nun, das wäre doch vielleicht etwas, um Bewegung in sein Anliegen zu bringen.
Und wer weiß, vielleicht kann er diesem jungen Menschen noch so manche hilfreiche Lebensweisheit auf den beruflichen Weg mitgeben?

Meine Damen und Herren von Student Ligators,
ich wünsche Ihnen einen guten Start!


In diesem Sinne,
Netzgärtner Kurt (aka Rentner Anton etc.)

NS: Hier bei Facebook sind diese Hoffnungsträger natürlich auch noch zu finden.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Links zum Thema:
Buse Heberer Fromm - vom 19.09.2011
WISSMIT.COM - vom 9.11.2011

Montag, 31. Oktober 2011

Und noch 'n Spruch . . .

.


Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht!

Verfasser unbekannt.